31. Juli 2018

WWTF gratuliert zum ERC Starting Grant!

Wie Tier und Mikroben gemeinsam (über)leben
Jillian Petersen untersucht, wie verschiedene Organismen zu beiderseitigem Nutzen zusammenleben. Praktisch jedes Tier – auch der Mensch – lebt in sogenannter Symbiose mit Bakterien, die unsere Gesundheit, den Stoffwechsel und die Evolution maßgeblich positiv beeinflussen. Das ERC Starting Grant Projekt hat zum Ziel, bisher unerforschten, aber fundamentalen Prozessen von Symbiosen auf den Grund zu gehen. Petersen hat dazu in ihrem Labor ein einzigartiges Modell-System etabliert, in dem marine Mondmuscheln bestimmte Bakterien in ihren Kiemen beherbergen, die die Muscheln wiederum mit Nährstoffen versorgen. Diese Symbiose existiert seit hunderten Millionen Jahren und ist eine der ältesten in der Natur bekannten. Dies ermöglichte es den Mondmuscheln sich in allen Meeren weltweit, von Mangroven bis zur Tiefsee, zu verbreiten und sich dank der Bakterien an unterschiedlichste Umweltbedingungen anzupassen. Ein besseres, grundlegendes Verständnis der Funktion und Evolution von Symbiosen ist essentiell, um "gute" Bakterien in zukünftige Technologien und Therapien für medizinische Zwecke einzusetzen.

 

Über Jillian Petersen
Jillian Petersen wurde in Brisbane, Australien, geboren. Nach dem Mikrobiologie-Grundstudium an der University of Queensland hat sie 2009 am Max-Planck-Institut in Bremen, Deutschland, promoviert. Nach einem Postdoktorat am MPI Bremen startete sie 2015 ihre eigene, WWTF-geförderte Arbeitsgruppe an der Universität Wien. Sie ist Assistenz-Professorin im Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung, das bisher fünf hoch dotierte ERC-Grants erhalten hat. In ihrer Forschung untersucht sie Tier-Mikroben-Interaktionen in der Tiefsee und ökonomisch wichtigen Ökosystemen in Küsten weltweit. Ihr Ziel ist es besser zu verstehen, wie sich Tier und Bakterien in der Evolution gemeinsam entwickelt haben und in einer komplexen Umwelt zueinander finden.

 

Bioenergetik von Mikroorganismen
Filipa Sousa forscht an der Universität Wien zum Thema Bioenergetik und Ökologie von Mikroorganismen. Ziel des durch den ERC Starting Grant geförderten Projekts "Evolution of physiology: the link between Earth and Life" ist es herauszufinden, wie Mikroorganismen wie zum Beispiel Archaea Energie für Stoffwechselleistungen verfügbar machen können, und wie diese Prozesse im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung entstanden sind. Dieses Projekt wird maßgeblich dazu beitragen, das Verständnis für den Ablauf und die Entwicklung von Lebensprozessen zu schaffen und diese begreifbar zu machen. Die Erforschung der Entwicklung von Lebensprozessen ist sowohl für die Wissenschaft als auch für die Gesellschaft von Bedeutung.

Über Filipa Sousa
Filipa Sousa wurde in Lissabon, Portugal, geboren. Sousa studierte Verfahrenstechnik (Chemical Engineering) und promovierte anschließend in Biochemie. Nach ihrer Hochschulausbildung forschte sie ab 2011 als Postdoktorandin am MRC-Laboratory of Molecular Biology in Cambridge und wechselte 2012 an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2016 ist Sousa in der Abteilung für Ökogenomik und Systembiologie der Universität Wien WWTF-Forschungsgruppenleiterin.

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