11. Mai 2017

Selbstaufopferung zum Schutz der Kolonie

Selbstaufopferung zum Schutz der Kolonie

Selbstaufopferung zum Schutz der Kolonie © Alexey Kopchinskiy

Zum Wohle der Kolonie bringen Rossameisen aus Südostasien ihren Hinterleib zum Platzen. ForscherInnen rund um Irina Druzhinina untersuchen, wie sich diese Selbstaufopferung entwickelt hat.

Die Ameisen werden salopp auch als "exploding ants" bezeichnet. Das giftige Sekret, dass die Arbeiterinnen bei der Explosion ihres hinteren Körperteiles absondern wird nicht nur den Angreifern sondern auch der Arbeiterin selbst zum Verhängnis: Sie stirbt ebenso wie das attackierende Insekt, selbst wenn dieses größer ist als die Arbeiterin.

Die WissenschafterInnen reisen zu Forschungszwecken regelmäßig nach Borneo. Bemerkenswert ist, dass dieser Selbstverteidigungsakt jedoch nicht nur in unmittelbarer Nähe des eigenen Nests stattfindet. Auch in weiterer Entfernung, konnten die ForscherInnen dieses Verhalten beobachten. Vermutet wird, dass die Ameisen auch Ihre Nahrungsquelle - ein Biofilm auf Blättern - schützen wollen.

Irina Druzhinina von der Technischen Universität Wien, Projektleiterin des vom WWTF geförderten Projektes "Voluntary Self-Sacrifice in Exploding Ants: a mechanism to defend co-evolved microbiomes?" (LS13-048) untersucht im Labor die Blattoberfläche als auch den Mageninhalt der Ameisen. Die ForscherInnen hoffen, im Mikrobiom der Ameisen Pilze und Bakterien zu finden, die Cutin (ein Wachs, das Pflanzenoberflächen bedeckt), und sogar künstliche Polymere zerlegen können. Damit könnte in der Zukunft ein Ansatz zur natürlichen Zersetzung von Plastikmüll gefunden werden.

Mehr zu diesem Projekt können Sie hier lesen.

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