27. April 2017

War es Absicht oder nicht?

Ob wir für Menschen, die unabsichtlich Schaden angerichtet haben, Verständnis aufbringen hängt davon ab wie stark die Gehirnregion Sulcus Temporalis Superior entwickelt ist. Damit hat sich ein internationales ForscherInnenteam um Giorgia Silani auseinandergesetzt.

Die ForscherInnen kamen zu dem Ergebnis, dass die Menge an grauer Substanz in diesem Teil des Gehirns beeinflusst, wie wahrscheinlich es ist, ob wir einer anderen Person vergeben, die ohne Absicht einen Fehler mit schwerwiegenden Folgen begangen hat. Sei es ein Sportler, der einen Rivalen unabsichtlich schwer verletzt, eine Autofahrerin, die auf Grund einer Ablenkung einen Unfall verursacht.

50 Freiwilligen wurde ein Fragebogen vorgelegt, in dem verschiedene Geschichten und Situationen dargestellt wurden: „Solche, in denen vorsätzliche Handlungen negative oder neutrale Resultate haben konnten und jene, in welchen unabsichtliche Ereignisse möglicherweise zu negativen oder zu neutralen Konsequenzen führten“, erklärt Silani, die mit dem WWTF Projekt CS15-003 gefördert wurde. Mittels Magnetresonanztomographen wurden die StudienteilnehmerInnen auch auf die Anatomie ihrer Nervensysteme untersucht.

So konnte herausgefunden werden, dass Menschen dazu neigen nachgiebig gegenüber jenen Personen zu sein, die Schaden verursacht haben, wenn die Gehirnregion „aSTS" höher entwickelt ist.  Daraus schließen die ForscherInnen, dass Menschen mit mehr grauer Substanz im aSTS besser dazu in der Lage sind, die mentalen Zustände der SchadensverursacherInnen darzustellen und somit auch besser die Absichtslosigkeit eines Schadens zu begreifen.

Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich im renommierten Fachjournal "Scientific Reports" erschienen.

Mehr zu diesem Projekt erfahren Sie hier.

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