Empirical Social Sciences - Quantitative Data ResearchESS22-054

Parental Leave and Career Trajectories of Men and Women in Austria


Parental Leave and Career Trajectories of Men and Women in Austria
Principal Investigator:
Projekttitel:
Parental Leave and Career Trajectories of Men and Women in Austria
Co-Principal Investigator(s):
Lennart Ziegler (University of Vienna)
Omar Bamieh (University of Vienna)
Status:
Laufend (01.01.2024 – 31.12.2026)
GrantID:
10.47379/ESS22054
Fördersumme:
€ 434.810

Quantitative Studien zeigen, dass Geburts- und Elternkarenz-assoziierte Berufsunterbrechungen der Hauptfaktor für geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede auf dem Arbeitsmarkt sind. Selbst wenn Mütter auf den Arbeitsmarkt zurückkehren, arbeiten sie oft in geringerem Stundenausmaß und nehmen schlechter bezahlte Stellen an, als vor der Geburt. In diesem Projekt untersuchen wir die Karenzentscheidungen von Eltern und analysieren, inwiefern sie von gesetzlichen Karenzregelungen beeinflusst werden. Unsere Analyse soll zu einem besseren Verständnis der ökonomischen Auswirkungen geschlechterspezifischer Karenzunterschiede beitragen und potentielle Verbesserungen der gesetzlichen Regelungen ermöglichen.

Zunächst untersuchen wir deskriptiv Elternkarenzentscheidungen von Müttern und Vätern in Österreich in den letzten Jahren. Die einzigartige Kombination verschiedener administrativer Datensätze im Rahmen des neu eingerichteten Austrian Micro Data Center (AMDC) ermöglicht uns eine detaillierte Analyse der Karenzepisoden, bei der auch sozioökonomische Faktoren wie Einkommen, Bildung, Alter, Herkunftsland oder Wohnregion berücksichtigt werden können. Um mehr über die Bedeutung zusätzlicher Karenzanreize für Väter zu erfahren, untersuchen wir die Auswirkungen einer kürzlich erfolgten Änderung der Vaterschaftskarenzregelungen. Im März 2017 führte Österreich eine einmonatige Karenz-ähnliche Option ein, die auf Väter direkt nach der Geburt zugeschnitten ist und umgangssprachlich als „Papa-Monat" bezeichnet wird. Eine stärkere Einbindung der Väter im ersten Lebensmonat des Kindes könnte eine ausgewogenere Aufteilung der Kinderbetreuungspflichten zwischen Mütter und Vätern fördern und eine frühere Rückkehr der Frauen in den Arbeitsmarkt erleichtern. Um diese Hypothese zu evaluieren, analysieren wir die Inanspruchnahme der neuen Regelung sowie deren Auswirkungen auf die Beschäftigung und das Einkommen der Eltern.

Im zweiten Teil des Projekts untersuchen wir, wie finanzielle und berufliche Erwägungen die Entscheidung von Vätern für eine Elternkarenz beeinflussen. Die relativen finanziellen Anreize der österreichischen Karenzmodelle unterscheiden sich deutlich zwischen Eltern mit niedrigem und hohem Einkommen. Detaillierte Einkommensdaten des AMDC ermöglichen es uns zu analysieren, wie diese Anreize die Inanspruchnahme beeinflussen. Zudem können wir mittels Daten zum Arbeitgeber analysieren, ob Wettbewerbseffekte zwischen Kollegen Väter davon abhalten, eine Elternkarenz in Anspruch zu nehmen.

Der dritte Teil unseres Projekts befasst sich mit der Rolle sozialer Normen für individuelle Karenzentscheidungen. Das AMDC enthält detaillierte Daten zu einer Reihe von Personenmerkmalen, die wir als Proxy für die Einstellung zu Familien- und Geschlechterfragen verwenden können. So ist es uns möglich zu untersuchen, inwieweit die Wirksamkeit von Elternkarenzmaßnahmen mit den sozialen Normen und Einstellungen der jeweiligen Familien zusammenhängt.

 
 
Wissenschaftliche Disziplinen: Labour economics (80%) | Gender studies (10%) | Public finance (10%)

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